VEUS e.V.

Vereinigung Europäischer Schifffahrtsjournalisten

Buch-Neuerscheinung: Schiffe, Helgen, Docks und Ladungen

     Schiffe Helgen Docks Ladungen

Dem Autor Klaus-Peter Kiedel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven, gelang mit diesem, in schwarz/weiß gehaltenen Bildband, ein beeindruckendes Werk.
Der Band präsentiert die schönsten Aufnahmen aus einer Sammlung von insgesamt rund 3500 Glasplattennegativen, die heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum bewahrt werden.
Der Fotograf Karl Schemkes wurde mit seiner Kamera ab 1948 zum Chronisten des Wiederaufbaus von Schifffahrt und Schiffbau in Bremerhaven und an der Unterweser. Werften und Reedereien ließen ihn voller Stolz ihre neu erbauten Fischdampfer und Frachter porträtieren, auf den Kais standen VW-Käfer und andere Exportgüter zur Verladung bereit und an der Columbuskaje fing Karl Schemkes in atmosphärischen Bildern die letzte Phase der transatlantischen Passagierschifffahrt ein.

Für jeden Schiffsliebhaber ist dieses Buch ein Muß
Autor: Klaus-Peter Kiedel,
ISBN 978-3-86927-082-1, 1. Auflage 2011, 96 Seiten, 27 x 24 cm, über 80 großformatige Duplex- und Farbabbildungen, gebunden, Euro 19,90

oceanum Verlag Wiefelstede

Buch-Neuerscheinung: Das kleine Buch von der Borkum-Fähre OSTFRIESLAND

       MS Ostfriesland

Langsam wird dem Menschen klar, dass er für seine gesicherte Zukunft schonender mit Natur und Umwelt umgehen muss. Davon ist auch die Schifffahrt nicht ausgenommen. So handelt dieses Buch von einem positiven Beispiel aus der aktuellen Praxis deutscher Berufsschifffahrt, sich dem scheinbaren Widerspruch von Umweltschonung und Wirtschaftlichkeit zu stellen.
Der Autor und Foto-Journalist Peter Andryszak zeigt und beschreibt hier aus nächster Nähe den aufwändigen Umbau der bewährten Borkum-Fähre MS OSTFRIESLAND zum ersten Seeschiff mit umweltschonendem Erdgas-Antrieb unter deutscher Flagge. Außerdem dokumentiert er ausführlich die alte und die neue Praxis des nahezu drei Jahrzehnte alten und noch lange nicht zum »alten Eisen« zählenden Schiffes. Dessen Modernisierung soll nicht nur bestehende und zukünftige Abgasnormen erfüllen, sondern zudem auch noch einen ressourcenschonenden und energieeffizienten Betrieb ermöglichen. Mehr Platz für Fracht wie auch Passagiere und ein barrierefreier Zugang zu allen Decks kommen hinzu.
Den Lesern bietet sich hier in aller Ausführlichkeit ein reich bebildertes Sachbuch zu einem Schiff, das sie selbst erleben können.
Leider ist dem Autor hier, wie bei vielen anderen Autoren auch, ein sachliches Missgeschick unterlaufen: Es gibt keine „LNG-angetriebenen Seeschiffe" oder „...samt umweltfreundlichem LNG-Antrieb"! Der Antrieb, sprich die Motoren, werden mit Erdgas angetrieben. Nur die Lagerung des Erdgases geschieht aus Kapazitätsgründen in Form von verflüssigtem Erdgas (LNG)!
Auch vermisse ich im Glossar „Kleines Fähren-ABC" die Stichworte zu den Themen „Erdgas", „LNG", „Verflüssigtes Erdgas" sowie „Dual-Fuel-Motoren".
Trotz dieser, den Leser möglicherweise irritierenden Begriffe, ist das Sachbuch lesenswert und bietet reichlich Informationen zum Umbau dieser ersten deutschen RoPax-Inselfähre die mit Erdgas betrieben wird.

Autor: Peter Andryszak
ISBN 978-3-86927-412-6, 96 Seiten, 21 x 21 cm, zahlreiche farbige Abbildungen, Broschur, Euro 14,90
oceanum-Verlag, Oldenburg

Köhlers FlottenKalender 2016 - Internationales Jahrbuch der Seefahrt

    9783782212120 270pix

Der neue FlottenKalender erscheint wie gewohnt mit vielen spannenden und unterhaltsamen Themen aus der maritimen Welt. Die Leser erwartet wieder eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Information aus den verschiedensten Bereichen der Schifffahrt - Handelsschifffahrt, Marine, Reiseberichte, Persönlichkeiten und Historisches.
Besondere Themen in Köhlers FlottenKalender 2016 sind zum Beispiel die Verwendung von Erdgas in der Schifffahrt, die Seeschlacht vor dem Skagerrak vor 100 Jahren, der dritte Riesendampfer der Hapag, Japans Marine in den Jahren 1917-1919 im Mittelmeer und die Reportage über die Fahrt mit dem Containerschiff „Santa Rosa" nach Südamerika.
Zahlreiche Fotos illustrieren diesen maritimen Klassiker. Umfassend informierend und ansprechend aufbereitet ist Köhlers FlottenKalender Jahr für Jahr eine Pflichtlektüre für maritim Interessierte!
Leider ist in der Berichterstattung zu dem Thema „Erdgas" den Autoren der entsprechenden Artikel eine häufig anzutreffende sachliche Unzulänglichkeit, ich nehme an: irrtümlich (?), unterlaufen. Es geht hier um die Richtigstellung des Begriffs „LNG" (verflüssigtes Erdgas). Ein Verbrennungsmotor kann kein LNG verarbeiten! Jeder ernst zu nehmende Fachmann weiß das – aber trotzdem wird in der Presse immer wieder von einem „mit LNG betriebenen Motor" geschrieben! Um es klarzustellen: Aus lagerungstechnischen Gründen wird Erdgas verflüssigt. In diesem Zustand verkleinert sich das Volumen des flüssigen Erdgases um das 600-fache! Aber vor dem Eintritt in den Motor wird das Flüssige wieder in den gasförmigen Zustand verwandelt und kommt als Erdgas in den Motor wo es Antriebsenergie erzeugt!
Trotz dieser, für viele Leser, irreführenden Information lese ich nach wie vor gern den Flottenkalender und bin gespannt auf die nächste Ausgabe.

Zum Herausgeber
Hans Jürgen Witthöft, Jahrgang 1941, ist Journalist mit langjähriger Erfahrung im Bereich Schifffahrt und Marine. Neben Beiträgen in Zeitungen und Zeitschriften hat er zahlreiche Bücher zu maritimen Themen veröffentlicht und betreut seit 1996 als Herausgeber Köhlers FlottenKalender.

Hans Jürgen Witthöft (Hrsg.)
Köhlers FlottenKalender 2016
Internationales Jahrbuch der Seefahrt
272 Seiten ■ 14,8 x 21 cm
zahlr. s/w- u. Farb-Abb. ■ Broschur
EUR (D) 15,95 ■ EUR (A) 16,45 ■ Sfr* 22,30
ISBN 978-3-7822-1212-0
Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg
Ein Unternehmen der Tamm Media GmbH
* unverbindliche Preisempfehlung

 

Geballtes Wissen über Müll im Meer: Neues Buch fasst aktuellen Stand der Wissenschaft zusammen

     Cover Plastic Müll

Bremerhaven, den 2. Juni 2015. Ein neues Buch fasst den aktuellen Forschungsstand und -bedarf in Bezug auf Müll im Meer zusammen: „Marine Anthropogenic Litter" erscheint im Juni 2015 als Open Access Publikation beim Springer Verlag. Die Herausgeber Melanie Bergmann und Lars Gutow vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) sowie Michael Klages vom Sven Lovén Centre for Marine Sciences der Universität Göteborg haben dafür Experten aus aller Welt zusammengebracht. Abschätzungen von Mülleinträgen in die Weltmeere, deren Verteilung und die Auswirkungen auf Mensch und Tier sowie Vermeidungsstrategien sind einige der vielschichtigen Themen, die die Herausgeber in 16 Beiträgen aufgreifen.
„Es gibt bereits eine ganze Menge an Forschung über Müll im Meer. Seit der 'Entdeckung' der ozeanischen Müllwirbel und des Mikroplastiks hat das Thema noch mal an Fahrt aufgenommen. Umso deutlicher wurde uns, wie wenig über den Verbleib beziehungsweise die Verteilung in den Ozeanen bekannt ist", sagt Melanie Bergmann.
Die Biologin vom Alfred-Wegener-Institut erläutert: „Wir gehen davon aus, dass allein im Jahr 2010 zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Müll ins Meer gelangten." Es gebe jedoch eine große Diskrepanz zwischen diesen geschätzten Einträgen und den tatsächlichen Funden, die sich im Bereich von mehreren Größenordnungen abspielt. Dies ist nicht ausschließlich durch den Zerfall von Kunststoffmüll zu Mikroplastik zu erklären. Ein großes Problem ist momentan, dass viele Studien nicht miteinander vergleichbar sind, weil die zugrundeliegenden Methoden zu unterschiedlich sind. Erste Forschungsergebnisse weisen aber darauf hin, dass die Tiefsee mit unerwartet hohen Müllmengen und Mikroplastik-Konzentrationen eine Senke darstellen könnte. Auch im arktischen Meereis fernab menschlicher Siedlungen wurden kürzlich unerwartet hohe Mengen an Mikroplastik gefunden. Viele Kunststoffe haben eine ähnliche Dichte wie Meerwasser, welche sich je nach Temperatur und Salzgehalt ändert. Ein großer Teil könnte also auch in der Wassersäule, also dem Wasserkörper zwischen Meeresoberfläche und -boden, umherdriften. „Und schließlich sollte nicht unterschätzt werden, wie viel von dem Abfall sich in den Meeresorganismen befinden könnte und mit ihnen verbreitet wird", ergänzt AWI-Biologe Lars Gutow.
Einige offensichtliche Auswirkungen von Müll im Meer sind bekannt, wie beispielsweise an Plastik verendete Seevögel sowie strangulierte Meeressäuger und Schildkröten. Bei anderen Auswirkungen, zum Beispiel auf die Bewohner des Meeresbodens oder bei der Weitergabe von Mikroplastik über das Nahrungsnetz, stützt sich die Forschung momentan in erster Linie noch auf Annahmen und schlüssige Indizienketten. Auch die potentiellen Folgen für die menschliche Gesundheit sind bisher weitgehend unbekannt, obwohl es sich um ein globales Umweltproblem handelt. „Wir versuchen Denkanstöße zu geben, wo Forschungsbedarf liegt", erläutert Gutow. Er arbeitet beispielsweise daran, eine Gefährdungsmatrix für verschiedenste Organismentypen zu erstellen. Physiologen und Toxikologen könnten dann sowohl Tiere, die besonders sensibel auf Mikroplastik reagieren, als auch weniger beeinflusste Arten genauer unter die Lupe nehmen, um zu erforschen, warum sie unterschiedlich auf diese Kleinstpartikel reagieren.
Überraschend war für die Herausgeber auch die Fülle regulativer Initiativen weltweit, die sich dem Thema Müll im Meer widmen. Diese scheinen global gesehen jedoch keine Wirkung zu zeigen, denn der Anstieg von Müll im Meer scheint ungebremst voranzuschreiten. „Das verwundert nicht, denn auch die industrielle Kunststoffproduktion wächst und stieg beispielsweise zwischen den Jahren 2012 und 2013 um etwa vier Prozent auf 299 Millionen Tonnen an", berichtet Melanie Bergmann. Im Buch finden sich aber auch positive Beispiele zur Müllvermeidung: „Einige weniger wohlhabende Länder wie Ruanda oder Somalia haben rigoros Plastiktüten verboten, die folglich auch nicht in die Umwelt gelangen können", erläutert Melanie Bergmann. In Wales und Irland waren nach der Einführung einer Abgabe auf Plastiktüten deutlich weniger Plastiktüten im Umlauf, was sich auch in einer merklich geringeren Anzahl von Plastiktüten an irischen Stränden widerspiegelte. Solche Maßnahmen zeigen, dass Staaten durch gutes Müllmanagement auch mit wenig Geld wirkungsvolle Maßnahmen ergreifen können.
„Kunststoffe sollten wieder als wertvolle Ressource betrachtet und nicht sorglos beispielsweise in Einmal-Verpackungen eingesetzt werden, weil diese scheinbar am billigsten sind. Würden die Kosten von Umweltfolgen, Säuberungsaktionen und Unfällen in der Schifffahrt mit eingepreist, wären solche Produkte keinesfalls so preisgünstig und ein verantwortungsvollerer Umgang eine wünschenswerte Folge", resümieren die AWI-Forscher Bergmann, Gutow sowie Dr. Michael Klages vom Sven Lovén Centre für Meeresforschung der Universität Göteborg. Damit sich auch die interessierte Öffentlichkeit umfassend informieren kann, haben die Herausgeber gemeinsam mit den Autoren das Buch als Open Access Publikation frei im Internet verfügbar gemacht: http://link.springer.com/978-3-319-16510-3 (DOI: 10.1007/978-3-319-16510-3).

Buchempfehlung: Hamburger Schiffe - Was schwimmt denn da?

        Hamburger Schiffe

Hafengeburtstag und Cruise Days sind die Höhepunkte des Jahres für so manchen Schiffsenthusiasten. Aus Österreich und der Schweiz kommen die Busse mit den Shipspottern nach Hamburg. Aber auch sonst zieht es über das Jahr Millionen an die Kaikanten und auf die Pontons, nah an die großen Schiffe auf der Elbe. Aber was sieht man dann? Ist das dort ein Bulker oder ein Tanker? Ein kleines Kreuzfahrt- oder ein Forschungsschiff? Ein Tucker- oder Festmacherboot? Ist das schon ein Oldtimer? Und ist dies wirklich das größte Containerschiff der Welt? Der Fotograf Thomas Kunadt gehört zu denen die wissen was im Hamburger Hafen an Schiffen zu sehen ist. Zu jedem Foto, das er schießt, recherchiert er die Fakten des Schiffes. Alles über Schiffe – seine immer noch private Datenbank gibt Auskunft zu annähernd 850.00 Schiffsnamen: Informationen zu Länge, Breite, Tiefgang, Baujahr, Werft, die vielen Namen, die so ein Schiff im Laufe seines Lebens trägt, den Motor, die Flasche, die bei der Taufe gegen den Bug geworfen wurde ... Über 120 Häfen hat er für sein Schiffsprojekt mittlerweile besucht, sein Heimathafen ist aber immer noch Hamburg. Für den KJM Buchverlag hat er in Wort und Bild zusammen gestellt, was man auf der Elbe in Hamburg wirklich sieht: Queen Mary 2, den Airbus-Transporter, die Cap San Diego, die Schaarhörn, die CMA CGM Marco Polo, die Berge Fjord, die Hadag-Fähren, den Helgoland-Katamaran, die Tuckerboote, die Schlepper ... Und was man über den Hafen wissen sollte: Was ist eigentlich in und auf den Schiffen? Wann kommen und gehen die meisten? Wie lange braucht es, das größte Containerschiff der Welt in Hamburg zu entladen? HAMBURGER SCHIFFE heißt sein neues Buch – es ist eine Fibel für alle, die sich für Hamburg und für Schiffe interessieren.

Autor: Thomas Kunadt: Hamburger Schiffe. Was schwimmt denn da? Mit einem Schiffsregister und Hafeninformationen, KJM Buchverlag 2015, 128 Seiten, Preis: 15,- Euro; ISBN: 978-3-945465-02-8.

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