VEUS e.V.

Vereinigung Europäischer Schifffahrtsjournalisten

Letzte Reise für ehemalige „Mona Lisa“ endete bei Indischen Abbrechern

Mona Lisa 1 20.5.09 C.Eckardt

Am Strand von Alang im indischen Bundesstaat Gujarat am Golf von Khambhat endete am 19. November 2015 die letzte Reise des zuletzt als schwimmendes Hotel eingesetzten Kreuzfahrtschiffes „Veronica“, das vielen deutschen Kreuzfahrtgästen noch als „Mona Lisa“ bekannt ist. Bis zuletzt hatte ein finnischer Geschäftsmann noch vergeblich versucht, das fast 50 Jahre alte, letzte ehemalige schwedische Passagier- bzw. Kreuzfahrtschiff vor dem Abbruch zu retten, um es als schwimmendes Hotel in Göteborg einzusetzen.
Erbaut wurde die 201 Meter lange „Veronica“ im Jahr 1966 als „Kungsholm“ als Zweischornsteinschiff für die Svenska Amerika Linjen auf der schottischen John Brown Werft für den Transatlantikdienst zwischen Göteborg und New York. Doch schon kurz nach der Ablieferung wurde die „Kungsholm“ nur noch für weltweite Kreuzfahrten eingesetzt. Nach einem Verkauf an die britische P&O Cruises erfolgte im Jahr 1979 beim Bremer Vulkan ein Großumbau des Schiffes, bei dem unter anderem auch der vordere Schornstein entfernt wurde. Im Jahr 2002 verkaufte P&O Cruises das bis zu 840 Passagiere fassende und inzwischen in „Victoria“ umbenannte Schiff an die Leonardo Shipping, die es anschließend für acht Jahre an Holiday Kreuzfahrten vercharterte und unter den Namen „Mona Lisa“ wurden Kreuzfahrten für den deutschsprachigen Markt durchgeführt. Nach dem Konkurs von Holiday Kreuzfahrten im Jahr 2006 folgten Chartereinsätze unter dem Namen „Oceanic II“ für verschiedene Reiseveranstalter ehe das Schiff ab 2008 für Lord Nelson wieder unter dem Namen „Mona Lisa“ , vornehmlich für Nordland- und Ostseekreuzfahrten von Bremerhaven und Kiel zum Einsatz kam.
Aufgrund verschärfter SOLA-Sicherheits- und Brandschutzbestimmungen wurde die „Mona Lisa“ nach der letzten Reise für Lord Nelsen am 31.August 2010 in Bremerhaven außer Dienst gestellt. Schon damals bemühte sich eine schwedische Initiative um den Erhalt des Schiffes in schwedischen Gewässern, scheiterte aber auch damals mit dieser Idee. Kurze Zeit später wurde der Kreuzfahrtveteran an indische Abbrecher verkauft und die „Mona Lisa“ nahm im Herbst Kurs auf den Indischen Ozean. Auf der Passage im Suez Kanal, quasi in letzter Sekunde, erwarb die DSME Oman, eine Tochter der südkoreanischen Werft Daewoo Shipbuilding die „Mona Lisa“. Daraufhin nahm das Schiff Kurs auf Duqm im Oman.
Von Daewoo wurde das Schiff umfangreich in ein schwimmendes Luxus-Hotel mit 200 Zimmern sowohl für Geschäftsreisende als auch Touristen mit dem neuen Namen „Veronica“ für das neue Hafen- und Werftprojekt in Duqm umgebaut Nach der Fertigstellung der Projekte wurde der Hotelbetrieb bereits im Herbst 2013 wieder geschlossen. Nun nahm am 8. November 2015 der italienische Hochseeschlepper „Kamarina“ in Duqm nun die „Veronica“ auf den Haken mit Kurs auf das indische Alang, wo der Schleppzug am 19. November eintraf.
Christian Eckardt

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