VEUS e.V.

Vereinigung Europäischer Schifffahrtsjournalisten

Auftragsflaute bei den Seekabelwerken in Nordenham

NOSTAG 10 2 25.7.2011 C.Eckardt

53 Beschäftigte wechseln in Transfergesellschaft wechseln
Eine Auftragsflaute bei der Energieseekabelproduktion sorgt für eine Entlassung von 53 Beschäftigten bei den Norddeutschen Seekabelwerken (NSW) in Nordenham. Die entlassenen Mitarbeiter können in eine Transfergesellschaft wechseln, wobei der Betriebsrat des Unternehmens aufgrund der derzeitigen Umstände mit dem ausgehandelten Sozialplan zufrieden ist. Mit dem nun anstehenden Stellenabbau setzt das Traditionsunternehmen an der Unterweser seinen Sparkurs fort, denn schon im vergangen Jahr mussten 27 Mitarbeiter entlassen werden. Bei den jetztigen Kündigungen sind vor allem Mitarbeiter aus der erst 2009 eröffneten Power-Fabrik der Energieseekabelproduktion betroffen, da in dieser Fertigungssparte die Aufträge ausgeblieben sind.
In einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung wurden nun die Beschäftigten über die Entlassungen der Mitarbeiter informiert, wobei die Geschäftsführung bereits im September einen möglichen Stellenabbau angekündigt hatte.
Wie NSW-Geschäftsführer Dr. Günther Schöffner im September erklärte, hat das Unternehmen drei große Projekte mit einem Wert von insgesamt 150 Millionen Euro nicht erhalten. Diese Aufträge hätten ein Volumen von mehr als dem halben Jahresumsatz von NSW gehabt, der sich auf 260 bis 270 Millionen Euro beläuft. NSW musste sich im Preiskampf bei der Vergabe von drei Energieseekabel-Projekten für Kanada, die Ostsee und die Kanalinseln den internationalen Mitbewerbern geschlagen geben. Weiterhin gibt es immer noch Verzögerungen bei einigen Projekten in der Telekommunikationssparte. Weiterhin hat das Unternehmen mit den Nachwirkungen der Offshore-Windkraft-Krise, der geringen Anzahl an Projekten und einem heftigen Konkurrenzkampf vor allem mit asiatischen Wettberbern zu kämpfen. Zudem haben die derzeit niedrigen Ölpreise dazu geführt, dass Erkundungsvorhaben zurückgestellt und damit Verkabelungsprojekte für Bohrinseln zurückgestellt wurden.
Aufgrund der fehlenden Aufträge wird es im nächsten Jahr und vermutlich auch noch für 2017 zu einer Unterausauslastung des NSW-Werkes in Nordenham kommen, hier vor allem in der neuen Energieseekabelfabrik. Im Rahmen eines zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat ausgehandelten Sozialplans, erfolgt die Streichung von 53 Arbeitsplätzen und eine Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf 32,5 Stunden, vorerst befristet für sieben Monate. Weiterhin wurde im Rahmen des vereinbarten Sozialplans die Gründung einer Transfergesellschaft zum 1. Januar 2016 beschlossen, in der die entlassenen Mitarbeiter unterkommen können. Dort erhalten die Mitarbeiter Qualifizierungsmaßnahmen und Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung.
Nach Ansicht von IG-Metall-Geschäftsführer Wesermarsch Martin Schindler wurde bei NSW ein vergleichsweiser guter Sozialplan ausgehandelt, wobei es nach seinen Worten zutiefst bedauerlich sei, dass bei NSW weitere Arbeitsplätze verloren gehen. Durch die nun anstehende Entlassung wird sich die Mitarbeiterzahl bei NSW auf 450 Personen verringern.
In seiner über 110-jährigen Geschichte haben sich die Norddeutsche Seekabelwerke GmbH & Co. KG mit Sitz im niedersächsischen Nordenham, als eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Seekabel, Spezialkabel für die Offshore-Industrie und andere Unterwasser- und Landanwendungen sowie als Lieferant für intelligente Kunststoffprodukte etabliert. Über den Hauptsitz in Nordenham und regionale Verkaufsbüros in den USA, Großbritannien und Malaysia werden Kunden auf der ganzen Welt bedient. NSW wurde 1899 in Köln von der Felten & Guilleaume Carlswerk AG und der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft gegründet und gehört seit über einem Jahrhundert zu den Vorreitern im Bereich Unterwasser-Kabeltechnologie und -kommunikation. Schon 1904 verlegt NSW erstmalig ein Telekommunikations-Seekabel mit ca. 7.993 Kilometern Länge. Im April 2007 schloss sich NSW der General Cable Corporation an.

Quelle: C. Eckardt

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